Thurgauer Solarinitiative

Votum von Peter Schenk an der Grossratssitzung vom 06.11.2024
Sehr geehrter Ratspräsident, Damen und Herren
Die Fraktion EDU/Aufrecht ist dafür, erneuerbare Energie zu fördern. Wir sind aber auch dafür, dass die Regulatorien und Gesetzte dafür in allen gesellschaftlichen Aspekten dienend und sinnvoll sein müssen.
Da das energetische Winterloch mit dieser Initiative nicht gestopft wird, erkennen wir den Sinn dieser Initiative nicht. Wir brauchen winterlochstopfende Initiativen. Geothermie, beispielsweise, ist winterlochstopfend.
Hingegen erkennen wir in dieser Initiative die Gefahr eines weiteren Erodierens der Eigentumsfreiheit und der Unternehmerfreiheit. Wir erkennen in dieser Initiative das Bestreben, die Bevölkerung weiter zu regulieren und zu bevormunden. Das wollen wir nicht. Wir setzen auf das Anreizsystem, nicht auf Zwang.
Hinzu kommt: Die Initiative ist im Wortlaut schwammig formuliert. Begriffe wie «geeignete Flächen», oder «soweit technisch und wirtschaftlich sinnvoll», lassen einen Spielraum offen, dessen jeweilige Interpretation mit weiterem Staatsquoten-Wachstum gestopft werden würde.
Die Fraktion EDU/Aufrecht lehnt darum einstimmig diese Initiative und sämtliche Gegenvorschläge ab. Wäre die Vorlage aber so, wie sie beim aktuell laufenden Geothermieprojekt Geretsried in Bayern sich darstellt, wären wir dafür. Weil das Sinn macht.
- Bohrtiefe 4500m, ohne Fracking
- Ca. 44 000t Co2-Äquivalente Einsparung
- 8.2 MW elektrische Leistung
- 64 MW thermische Leistung
Das passiert gerade 270 km von hier, etwas südlich von München. Unsere nördlichen Nachbarn haben erkannt, dass der Energiefrage nicht mit solarverzierten Winterlöchern zu begegnen ist, sondern mit ergiebigen, handfesten und sinnvollen Massnahmen.